Vom Wunschzettel zur Realität
Ein Blick in das Haushaltsbuch der Nation
Liebe Leser, liebe Fiesematenten-Netzwerker,
nachdem wir über das Gefühl von Gerechtigkeit gesprochen haben, müssen wir heute einen Schritt weitergehen. Wir müssen den Blick vom Kuchenteller auf das Kassenbuch richten.
Oft fordern wir in der Politik Dinge wie kleine Kinder: Wir wollen den Lolli, die Schokolade und das Spielzeug – am besten alles gleichzeitig. Aber als Erwachsene wissen wir: Der Kuchen ist immer exakt 100 % groß. Wenn ich ein Stück für den einen vergrößere, muss es für den anderen kleiner werden. Das ist keine Ideologie, das ist Mathematik.
Lassen wir die Polemik beiseite und schauen uns die Faktenlage in Deutschland an:
1. Der Löwenanteil: Soziales
Mehr als jeder dritte Euro, den der Bund ausgibt, fließt in den Bereich Arbeit und Soziales. Das sind über 170 Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz steigend. Hierzu gehören Rentenzuschüsse, Bürgergeld und soziale Sicherung. Zum Vergleich: Für Verteidigung oder Bildung geben wir nur einen Bruchteil dessen aus.
2. Der weltweite Steuer-Vergleich
Deutschland gehört bei der Belastung von Einkommen weltweit zur Spitzengruppe. Gemeinsam mit Belgien führen wir oft die Statistiken der OECD an. Das bedeutet: Nirgendwo sonst ist der Staat ein so ‚teurer Partner‘ für denjenigen, der arbeitet, wie hier.
3. Die Schuldenbremse vs. Wünsche
Wir erwirtschaften viel, aber wir geben es fast vollständig für den laufenden Betrieb aus. Für Investitionen in die Zukunft – Schienen, Brücken, schnelles Internet, Forschung – bleibt oft nur das, was am Ende übrig ist.
Die ehrliche Frage an uns selbst:
Nehmt euch bitte fünf Minuten Zeit. Atmet tief durch und schaltet die Schlagzeilen im Kopf aus. Wenn ihr der Verwalter dieses Kuchens wärt:
Können wir uns eine Sozialquote leisten, die stetig wächst, während die Infrastruktur zerfällt?
Ist es realistisch zu glauben, dass wir die Steuern für die Leistungsträger immer weiter erhöhen können, ohne dass diese die Lust verlieren oder das Land verlassen?
Wo würdet ihr das Messer ansetzen, um den Kuchen so zu teilen, dass er nicht nur heute satt macht, sondern auch morgen noch gebacken werden kann?
Gerechtigkeit bedeutet auch Generationengerechtigkeit. Wenn wir heute den ganzen Kuchen aufessen und dabei Schulden machen, hinterlassen wir unseren Kindern nur die Krümel und die Rechnung.
Wir rufen euch auf: Denkt nicht pauschal, denkt nicht polemisch. Denkt wie jemand, der für eine Familie verantwortlich ist. Was ist notwendig, was ist Luxus, und was ist schlichtweg nicht mehr bezahlbar?
Eure ehrliche Meinung ist gefragt: Wenn ihr 100 Euro Steuern verteilen müsstet – wie viel davon sollte in Soziales, wie viel in Sicherheit und wie viel zurück in die Taschen derer fließen, die sie erwirtschaftet haben?
Euer Team von den Fiesematenten-Netzwerkern.



